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03 - 02
13. December 2018

Er wusste um die Distanz zwischen sich und den Menschen von Lutie. Die Distanz, die der ganze Firlefanz vermittelte, aber er wollte doch auch froh über sie sein, denn seine persönlichen Grundsätze liessen sich in keinem Masse mit den ihren vereinbaren. Es war allerhöchste Zeit, dass er verschwinden konnte. Dass das alles ein Ende nahm. Nicht mehr lange, wie er sich betonte. Nicht mehr lange.
Zielgerichtet ging er der Strasse entlang. Er vernahm die drängende Erschöpfung in seinen Beinen, aber das war absolut in Ordnung, wie er sich müde eingestehen durfte. Es ist ein langer Marsch gewesen und auch wenn er ihn jeweils noch für eine halbe Woche in den Beinen brennen spürte, dies nahm er mit Vergnügen in Kauf. Seit er Garm kennengelernt hatte, konnte er seine altbekannten vier Wände wenigstens ab und an verlassen. Wie unwiderruflich er sich auch in sich verrannte, es war tatsächlich auch einem verschlossenen Ausgeschlossenen eine Wohltat, sich jemandem zu öffnen. Was war da schon eine Wanderung durch die weite Landschaft im Vergleich zu jener durch die unendliche Ausweglosigkeit?
Verzweigend erblühten die Eisblumen am Fenster von Helena. Helllicht wurden sie durchleuchtet, als Yukon das Gebäude passierte und die intensiven Strahlen mit jeder einzelnen Pore förmlich in seinen frierenden Körper sog. Was zitterte, waren aber nicht seine Glieder.
Schlagartig begrub er seinen lechzenden Fokus in seiner Hand, sich von der Stelle jagend. Nicht mehr lange. Bald würde er Daheim angekommen sein.
„Hier, hier ist Skoll!!“, rief ein Bub zu seiner Seite aus. Es war einer der vorigen und auch sein Kamerad tauchte auf, offenbar waren sie Yukon gefolgt, ihm nun derart nachstellend, wie es kaum aus einer der ihren Entscheidungen gefruchtet sein konnte: „Herr Skoll, wi-wir entschuldigen uns für vorhin, Herr Skoll!!“
„Zum Teufel mit euch!!,“ brüllte der Gestellte umherfahrend und die Buben erschauderten vor Todesangst, „Und nennt mich und auch Garm niemals wieder bei solchen Namen!!“ Panisch nahmen sie die Beine in die Hand und er verblieb allein vor dem Posthaus.

Baren Fusses atmete er auf den Kacheln seiner Wohnung auf. Noch wurde er umperlt von der Glut der erquickenden Dusche. Erst als er seine heimgekehrte Fassung im Rahmen seines Spiegels wiederfand, löschte er das Licht, um sich schlafen zu legen und sich im Dunkel unter seinen Lidern das Datum herbeizusehnen. 11.5. Es konnte ihm kaum schnell genug gehen.

edited on 13.12.2018, 18:00 by Der Herr Koi
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Walked paths
04 - Hati20. December 2018

Als Yukon Simms aus vagen Bildern der Gegenwart absackte, flimmerte ihm das eröffnende Zeichen des Traumes von hinter seinen Augen auf. Verzweifelt streckte er seine Hand nach den an seinen Lidern…

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