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Die Wunder-Botanikerin
24. September 2019

Die Arbeit des IBDEI schien zu wirken. Hikos Ausbruch in Südkorea im Jahr 2010 war die letzte grosse Katastrophe gewesen. Auch acht Jahre nach diesem Vorfall war das Wissen um die DEI nur einer auserwählten Gruppe von Menschen vorbehalten. Sebastian wusste nicht, wie er dazu stehen sollte. Einerseits schien die Arbeit im Geheimen durchaus Frieden zu erhalten. Andererseits widersprach es seinen Grundsätzen, seine Forschungserfolge nicht zu teilen. Die Menschheit hatte es immer dann weit gebracht, wenn man Wissen teilte und zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt. Solange das jetzige Konstrukt funktionierte, hatte er aber kaum Potential Veränderungswünsche einzubringen.

Und die Arbeit als Kontroll-Instanz über die DEI war erfolgreich. Jene, die sich nicht an die Regeln halten wollten, wurden zurechtgewiesen. So wie Leya. Sie stand noch immer unter erhöhter Beobachtung, da sie es nicht unversucht liess, die Grenzen ihrer auferlegten Fesseln zu testen.

 

An einem ganz anderen Ort auf der Welt wirkte die Dunkle Energie noch völlig frei. Es war gerade mal eine Woche vergangen, seit die Saat von Zola sorgsam gepflanzt worden war. Und nun war das ganze Feld begrünt. Unnatürlich schnell waren verschiedenste Obst- und Gemüse-Sorten herangereift. Geniessbares Essen!

Doch nicht nur das. Die Flora hatte sich im ganzen Dorf verteilt und den Wüstenboden in Wiese verwandelt. Plötzlich war ihr kleines Dorf nicht mehr nur ein weiterer Wegpunkt in der Ödnis, sondern eine Oase. Sogar Tiere fanden sich vermehrt ein wie z.B. Vögel, die sich in den aus dem Nichts geschossenen jungen Bäumen einnisteten.

Jene Bewohner, die es geschafft hatten die Münder zu schliessen und zu staunen, eilten zu Zola und ihrer Familie. Die grenzenlose Dankbarkeit stürzte Zola in einen Taumel von Freude und Ruhm. Sie hatte es geschafft. Sie hatten den Hunger besiegt!

 

Die Nachricht um die Wunder-Botanikerin verbreite sich schnell in den umliegenden Dörfern. Natürlich versuchte Zola ihre Herangehensweise zu erklären, doch sie kam nicht weit. Denn bald hatten sie nicht nur das Interesse von nationalen Reportern auf sicher, sondern auch jenes der gesamten Welt. Alle wollten wissen, wie man aus einer kargen Landschaft in dieser kurzen Zeit dieses grüne Utopia beschwor.

Ihre Eltern achteten mit Müh und Not darauf, dass ihr normales Leben nicht gleich komplett aus dem Lot geworfen wurde. Rasch wurden Zeiten für Interviews definiert, damit auch die Schule und ihre sonstigen Aufgaben nicht zu kurz kamen.

 

Aus Sicht der IBDEI war das Geheimnis um die Dunkle Energie bedroht. Ein unbekanntes Mädchen hat in ihrem Dorf ganz offensichtlich ihre Fähigkeiten Allen zur Schau gestellt. Sie verlegten den Fokus auf sie und beobachteten die nächsten Tage. Sebastian wollte nicht zu früh eingreifen, da die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Zola lag. Da Hiko schon einige Missionen erfolgreich absolviert hatte, durfte er Sebastian bei dieser wichtigen Angelegenheit direkt unterstützen. Bei Hiko schwang die Ungewissheit mit, ob dieses momentane Wunder sich bald in eine Tragödie wandeln würde. Er wusste, was seine Kräfte ungezügelt angerichtet hatten. Was, wenn diese Pflanzen plötzlich giftig wurden oder andere Mutationen aufwiesen?

 

Zola wurde über die nächsten Wochen von internationalen Radio- und Fernseh-Stationen interviewt. Ihr Name wurde über die Grenzen getragen. Doch einige Reporter zeigten sich enttäuscht, dass Zola nicht das achte Weltwunder war. Sie schien eine normale junge Frau zu sein, die sich - abfällig formuliert - im Internet etwas über Landwirtschaft schlau gemacht hatte. Zola selbst störte das nicht gross, denn sie hatte ihr Ziel erreicht.

 

Und noch jemand anders fand dieses Medien-Thema äusserst interessant. In den Nachrichten hörte Leya vom Geschehen Rund um Zola. Natürlich verband sie schnell 1:1. Sie konnte es trotzdem kaum glauben, dass dieser ach so grossartigen Organisation anscheinend ein Fehler unterlaufen war. Dass ihnen jemand durch die Finger geglitten war. Aber das bedeutete wohl auch, dass eben jene Organisation vermutlich mit diesem globalen Vorfall komplett ausgelastet war.

Leya realisierte schnell, dass sie diese Chance zu nutzen hatte. Sofort begann sie, Gleichgesinnte zu kontaktieren. Sie war nämlich nicht die Einzige, die vom IBDEI in ihrer Freiheit eingeschränkt worden und deren Talente vollkommen verschwendet war.

Was sie erfolgreich mit Leidgenossen aufgebaut hatte, war ein geheimer Chat-Server. Andere DEI zu finden war nämlich gar nicht so schwer, auch ganz ohne das Equipment der IBDEI. Denn jeder DEI hatte eine Fussfessel erhalten. Die war zwar modisch ganz ok und sah nicht gleich nach Verbrecher aus. Aber sie hatte genug Einmaligkeit, um bei Eingeweihten aufzufallen. Leya hatte ganz forsch in den sozialen Medien Fotos von sich veröffentlich, auf dem das Gerät gut sichtbar war. So dauerte es nicht lange, bis andere DEI sie kontaktiert hatten.

edited on 24.09.2019, 17:21 by Ashielf
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Walked paths
Feuriger Eifer13. October 2019

Mit dem ersten Erfolg hatte Zola schon bald ein kleines Team zusammengestellt, mit dem sie in ihrem immer grösseren Einflussgebiet Dörfer begrünte. Leider zeigte sich schnell, dass jene Oasen…

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